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Wir waren zu Gast im Weingut Peter Jakob Kühn

Landwirt meets EDEKA Allgemein

Liebe LeserInnen,

heute waren wir bei dem bekannten Weingut Peter Jakob Kühn in Oestrich-Winkel. Der Ökowinzer Kühn ist Vorreiter im biologischen Weinbau in ganz Deutschland und wurde 2016 vom Gault Millau Weinguide als „Winzer des Jahres“ ausgezeichnet. Wir sprachen heute mit seiner Tochter Sandra Kühn zum Thema „Ökowein und regionale Vermarktung“.

Im Weingut Kühn haben wir zunächst die wichtigsten Kriterien gelernt, die einen absolut ökologischen Wein ausmachen: Chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittelmittel und mineralische Stickstoffdünger sind genauso verboten wie der Einsatz von genetisch veränderten Organismen. Die Winzer nutzen sowohl Saatgut als auch das vegetative Vermehrungsmaterial nur aus ökologischer Landwirtschaft.

Ein großes Problem ist die aus Südostasien eingeschleppte Kirschessigfliege. Diese befällt die Reben und legt ihre Eier in den Trauben ab, wodurch diese natürlich nicht mehr zur Weinherstellung verwendet werden können. Gegen diesen Schädling haben bisher aber weder die konventionellen noch die ökologischen Weinbauern ein Mittel gefunden.

Das Weingut Peter Jakob Kühn baut seinen Wein nicht nur biologisch, sondern sogar „strikt biodynamisch“ an. Das bedeutet, dass sich der Betrieb nicht nur nach den EU-Richtlinien für ökologischen Weinbau richtet, sondern darüber hinaus ihr eine Weltanschauung der wirklichen „Achtung der Natur“ zugrunde liegt. Beispielsweise werden einmal jährlich biologischer Hornmist- und Hornkiesel-Präparate auf die Anbauflächen ausgebracht. Diese sollen sowohl Erde als auch Rebe beleben und stärken. Außerdem verzichtet der Betrieb bewusst auf alle „Wein-Schönungsmittel“, wie künstlich erzeugte Hefen, wodurch der Wein sogar einen anderen Geschmack bekommt.

Sandra Kühn, die freundliche Tochter von Peter Jakob Kühn, erzählte uns, dass die Umstellung des Betriebes von konventionell auf ökologisch vor ca. 10 Jahren einen bestimmten Grund gehabt habe: Peter Jakob Kühn sei davon überzeugt gewesen, man könne nur auf diese Weise einen Wein von bester Qualität und höchster Güte erzeugen, und gleichzeitig die Natur zu achten. Zwar stehe das Weingut nach 10 ökologischen Betriebsjahren noch am Anfang, doch zeichne sich bereits jetzt ab, dass man mit ökologischem Weinbau nicht reich werde. Das Bewusstsein der Konsumenten in Deutschland sei noch nicht so weit entwickelt, dass der Kunde bereit sei, den angemessenen Preis für einen Wein aus rein ökologischer Landwirtschaft zu bezahlen.

Das ist auch der Grund dafür, dass das Weingut seine biodynamischen Weine vor allem auf dem ausländischen Markt vertreibt. In Skandinavien, den Vereinigten Staaten und sogar in China verbuche man laut Sandra Kühn die größten Absatzzahlen. Vor allem in Skandinavien würden die Menschen sehr auf Ernährung mit biologischen Lebensmitteln achten, und seien folglich auch bereit, Aufpreise in Kauf zu nehmen.

Hier seht ihr Hannah und Julia zusammen mit Frau Kühn in der Vinothek des Weinguts

Hier seht ihr Hannah und Julia zusammen mit Frau Kühn in der Vinothek des Weinguts

Mit vielen Erkenntnissen zu biodynamischem Weinbau neu motiviert machen wir uns nun an die Aufarbeitung der Thematik für den EDEKA-Wettbewerb und suchen das erneute Gespräch mit unserem lokalen EDEKA-Händler Grisse!

Lest bald wieder mal bei uns rein, wir besuchen als nächstes die Wissenschaft in der Hochschule für Weinbau in Geisenheim!   Liebe Grüße

Eure Öko-Queens aus dem Rheingau, Amelie, Hannah und Julia